Das Ding mit Street-Harassment

Unter dem Titel „10 Hours of Walking in NYC as a Woman“ ist seit Montag ein Video im Umlauf das eine junge Frau an einem ganz normalen Tag auf ihrem Weg durch New York zeigt. Die Stadt New York kann man hier stereotypisch für jede Stadt, von Aachen bis Zürich, sehn. Denn Shoshana B. Roberts wird auf Ihrem zehnstündigen Spaziergang rund 100 mal dumm angequatscht. Die Bemerkungen reichen von Komplimenten wie „Hey Hübsche“ über hinterhergezischte Schmatz-Laute bis hin zu einem Typen der geschlagene fünf Minuten einfach neben Shoshana her läuft und sie anstarrt.

Klar werden jetzt einige sagen: „Die stellt sich an, ist doch nix passiert!“ – aber jeder der schon mal selbst in einer solchen Situation war, wird wissen wie sich das anfühlt. Nämlich ziemlich beschissen!

Trauriger Weise kenne ich kein Mädel, der in ihrem Alltag nicht schon ähnliches passiert ist. Und das nicht in zwielichtigen New Yorker Vierteln, sondern hier. Auf der Kölner Domplatte, Samstag am Nachmittag, inmitten von 8000 anderen Menschen. Vormittags auf dem Wochenmarkt. Zu Feierabend an der U-Bahn.

fashion-designer-gina-tron-emily-may-hollaback(Quelle Gina Tron)

Die Erste Reaktion ist meistens das man rot anläuft und wegschaut, denn schaut man böse zurück und gibt einen passenden Kommentar ab, gilt man direkt als Zicke und holt sich die passenden Beschimpfungen und Gelächter ab. Ebenfalls unangenehm. Daher versucht man das Geschehene zu ignorieren und sagt lieber nichts. Aber das flaue Gefühl im Bauch bleibt und man ärgert sich noch Stunden später. Eine Zwickmühle mit der man alleine dasteht.

Ich habe mich auch schon oft gefragt: Was geht mit den Jungs ab die solche Aktionen reißen? Glauben die wirklich damit bei einer Frau landen zu können? Hat das jemals funktioniert? Wer steht auf so was? Ist das ein spontaner geilheitsschub der schon durch die bloße Anwesenheit einer weiblichen Person nicht mehr im Zaum gehalten werden kann? Wie Hunde, die einander anbellen?

Ich meine, dass sind Sachen die passieren jeder Frau und das ständig. Keiner sollte sich dafür schämen müssen, gegen seinen Willen angemacht zu werden. Die sollten sich schämen!

Darum sind Videos wie das von Shoshana wichtig und eine Diskussion über Street Herassment längst überfällig.

Als Reaktion zu dieser Aktion wird das Thema aber leider ganz schnell ins lächerliche gezogen. Die „Schuld“ wird bei Frauen und ihrer aufreizenden Kleidung gesucht und die Aktion mit Kommentaren wie „Man erntet was man sät“ abgetan. Plötzlich meint jeder Mann, auch diese die nicht geiernd an allen Ecken lungern, sich verteidigen zu müssen. WTF?!?

Es geht hier nicht um Männlichkeit oder darum Männer im Allgemeinen bloßzustellen.

Es geht um Sensibilisierung!

Es geht darum ein Auge auf eure Mädels zu haben!

Es geht darum euren Kumpels den Kopf zu waschen, wenn sie wieder mal meinen einem Mädel hinterherzischen zu müssen!

Denn seid mal ehrlich: Das hat doch noch nie funktioniert!!

 

Auch noch interessant:

Hier gehts zur Website der Aktion Hollaback.

Matze von  Mit Vergnügen hat mal bei seinen Kolleginnen nachgehorcht.

Nike von This is Jane Wayne setzt sich mit den Kommentaren auf SpiegelOnline zu diesem Thema auseinander und hat mit ihrem Artikel eine ziemlich interessante Diskussion im dazugehörigen KommentarBereich angestoßen.

Auf Vice gibt es (hier und hier) gleich zwei passende Artikel zum Thema.

 

 

 

 

 

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