Das Ding mit dem Wohlfühlen im eigenen Körper

frauen-strand-bikini(Foto via Swimsuitsforall.com)

Ich weiß nicht genau ob es nur mir so geht oder ob andere Leute das auch schon mal haben: Man diskutiert mit einer Person über ein bestimmtes Thema und kurze Zeit später scheint sich das gesamte Internet (bzw. der kleine Internetkosmos den ich konsumiere) mit diesem oder auch verwandten Themen auseinander zusetzen. Neulich passiert: ich habe mit einer lieben Freundin über den Magerwahn, dem sich werdende Bräute aussetzen (Kommentar einer Verkäuferin bei der Kleid Anprobe: „Wir machen das hier noch was enger, Sie nehmen ja bestimmt noch was ab!“ WTF?!) , Abnehmstress im Allgemeinen und erste, natürliche Zeichen der Zeit bei Menschen in den Endzwanzigern diskutiert und prompt liefert diese bunte Internetwelt großartige Kommentare von Power-Mädels die unbedingt weiterverteilt gehören!

perfect-365(Foto via ThisisJaneWayne)

An erster Stelle die tolle Nike von This is Jane Wayne: Nike setzt sich, gemeinsam mit ihren Bloggerkollegen grundsätzlich gerne mit feministischen (Achtung, bei dem Wort muss keiner erschrecken und schnell weg klicken!) Themen und Trends die in unnormalen Körperbildern gipfeln auseinander. Das macht Sie auf charmante Art und Weise mit einer gehörigen Portion Eigenkritik und GirlPower. Vor einiger Zeit ist Sie über die App „Perfect 365“  gestolpert und hat nach erster Begeisterung und der darauf gefolgten Ernüchterung einen wunderbaren Artikel über den Trend der Überperfektionierung geschrieben. Wie der Drang nach Unnatürlichkeit durch Instagram und Co. noch verstärkt wird und das man doch als selbstbewusster Mensch endlich mal aufhören sollte die ganze Echtheit unseres Lebens und unserer Körper in schönmach Filter stecken zu wollen. Top!

Kebekus(Foto via Brigitte.de)

Außerdem finde ich den Gastbeitrag von Carolin Kebekus in der ohnehin schon tollen Brigitte-Reihe „60 Stimmen“ super und unbedingt lesenswert. In Ihrem Artikel „Liebe Brigitte ich hasse dich“  rechnet Sie mit Frauenzeitschriften, dem von diesen Magazinen propagierten Diät-Wahn im Allgemeinen und dem Hype des „AfterBabyBody“ im Speziellen ab. Klar, bei Carolin Kebekus und ihrer derben Art scheiden sich die Geister, aber sie unterstreicht in diesem Beitrag auf lustige Art wie lächerlich der in den Magazinen vorgebetete Schlankheitswahn doch ist, das werdenden Müttern doch viel mehr Respekt entgegenzubringen sei als von ihnen zu verlangen direkt nach der Schwangerschaft wieder in Größe 36 passen zu müssen und wie albern es ist, wenn erwachsene Frauen sich an Körperbildern von Topmodels orientieren, die ja schließlich Geld mit eben diesem verdienen müssen und ihn nicht nur am heimischen Badesee präsentieren wollen.

 

Klar, jetzt sagen wieder alle : „Bei deinem Figürchen hast du auch leicht reden“. Aber das ist totaler Quatsch. Auch ich könnte stundenlang darüber klagen wie doof ich meinen Körper finde und wie ungerne ich mich im Bikini an den Strand lege. Und ich erwische mich erschreckender Weise selber immer wieder dabei wie ich unfair und unüberlegt über andere Menschen urteile und denke: „Holla, drei Nummern großer wäre deine Shorts immer noch zu klein!“

Carol Rossetti (Foto via Carol Rossetti)

Aber genau da liegt das Problem. Warum können wir uns und andere nicht einfach so toll finden wie wir/sie sind? Warum muss immer alles schlank/schön/perfekt/gleich sein? Wer gibt uns denn vor das das so sein muss? …und vor allem: Was bringt uns der Stress? Sind schlanke Mütter glücklicher über ihr Neugeborenes? Hat eine Braut im zu engen Kleid mehr Spaß auf ihrer Party? Willst du heute Abend wirklich nur einen kleinen Salat essen?

Klar, Übergewicht macht krank und es ist ein schönes Gefühl drei Stufen ohne Schnappatmung nehmen zu können. Aber wenn ich meinen Feierabend heute lieber mit Burgern statt mit Sport verbringen möchte, dann sollte ich das auch ruhigen Gewissens machen können. Wenn eine junge Mutti auch zwei Jahre nach der Geburt immer noch nicht in die alten Jeans passt, hat sie ein tolles Argument mal für sich shoppen zu gehen und jeder der sich da wagt Kritik zu üben sollte von einem spontanen Wehen-Schub befallen werden. Wenn ich heute keine Lust habe mich für die Arbeit zu schminken sollten Kommentare wie „Wie siehst du denn aus? Bist du krank/müde/traurig?“ einfach mit einem selbstbewussten „Nein, so sehe ich nun mal aus!“ beantwortet werden.

Es geht um Selbstbestimmung und ein glückliches persönliches Körperbewusstsein, was in meinen Augen beides enorm viel mit Lebensqualität zu tun hat. Denn Sixpacks und Weichzeichner sind nicht unbedingt Alltagstauglich.

 

 

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